Betrieb eines Epson-Scanners unter Linux
Im Jahre 2004 habe ich ein Howto über die Einrichtung eines Epson-Scanners unter Linux verfasst und die Installation der notwendigen Treiber detailliert beschrieben. Jetzt, 5 Jahre später, hat die Anleitung nur noch historischen Wert und dokumentiert damit den Entwicklungsfortschritt und die kontinuierlich steigenden Anwenderfreundlichkeit des Pinguin-Betriebssystems. Heute sollte es in der Mehrzahl der Fälle reichen, den Scanner einfach anzuschließen um mit ihm arbeiten zu können :-) Allerhöchstens muss noch das fertig gepackte Paket mit der SANE-Software aus dem Archiv der jeweiligen Distribution nachinstalliert werden.
Plant man sich einen Scanner anzuschaffen und möchte diesen auch unter Linux nutzen können, so ist Epson nicht die schlechteste Wahl. Schon von Haus aus unterstützt die SANE-Software (das Gegenstück zu TWAIN unter Windows, eine einheitliche Schnittstelle um auf Scanner zuzugreifen) viele Epson-Modelle, welche es im Moment sind kann man auf der stets aktuellen Liste des Sane-Projekts unter folgender Adresse nachlesen:
http://www.sane-project.org/sane-mfgs.html#Z-EPSON. Zusätzlich stellt eine Epson-Tochterfirma eigene Treiber für Linux bereit, die leicht in SANE eingebunden werden können, die meisten Distributionen liefern aber auch diese Treiber bereits fertig gepackt aus. Oft findet man sie unter dem Kürzel epkowa. Welche Modelle aktuell von diesem Treiber unterstützt werden, kann man hier nachlesen:
http://www.avasys.jp/lx-bin2/linux_e/scan/DL1.do. Der Download ist ebenfalls von hier möglich.
Wenn alles geklappt hat, ist der Scanner, egal welcher der beiden Treiber verwendet wird, mit jedem Scanprogramm unter Linux benutzbar. Epson liefert aber auch noch ein eigene Tool namens iscan mit, damit funktioniert bei meinem Epson 2400 Photo z.B. auch die Durchlichteinheit für die Dias auf Anhieb.
Die alte Anleitung - wie bereits erwähnt hat sie nur noch Museumswert:
Die EPSON KOWA Corporation, ein Japanisches Unternehmen der Epson-Gruppe portiert seit einiger Zeit die Treiber für Drucker, Scanner und Multifunktionsgeräte auf Linux. An dieser Stelle halte ich die Installtionsschritte dieser Software für den Epson Perfection 2400 Photo-Scanner unter einem Gentoo und Suse Linux 9.2 fest. Die für Suse notwendigen Schritte funktionieren unverändert auch unter einer aktuellen Version von Mandrake (getestet unter 10.2 beta1).
Dieses kleine HowTo sollte mit kleinen Anpassungen auf jede andere moderne Linuxdistribution übertragbar sein und gilt für viele andere Scannermodelle von Epson. Eine Liste aller von Epson unter Linux unterstützter Scanner findet man hier: http://www.avasys.jp/english/linux_e/index.html.
1. Schritt - Installationsvoraussetzungen & Software herunterlagen
Erste Voraussetzung ist eine korrekt konfigurierte 2.6er Version des Linuxkernels. Es muß die entsprechende USB-Unterstützung entweder fest einkompiliert oder als Modul vorhanden sein. Das aus älteren Kernelversionen bekannte "scanner" Modul entfällt - mehr als generelle USB-Unterstützung und der passende Treiber für den Hostcontroller (z.B. uhci) ist nicht notwendig. Mit anderen Worten: Wenn du bereits andere USB-Geräten erfolgreich unter Linux mit deinem Rechner verwendest, brauchst du am Kernel nichts mehr verändern.
Gentoo:
- libusb (emerge libusb - http://libusb.sourceforge.net)
- sane - ScannerAccess Now Easy (emerge sane-frontends sane-backends - http://www.sane-project.org)
Für Ubuntu: Mit der Version "Dapper Drake" funktionierte iScan nach installation der sane-Pakete über aptitude out of the box. Die rpm-Pakete von avasys.jp habe ich mit dem Befehlt alien -i --scripts iscan*.rpm problemlos installieren können. Alle hier nachfolgend aufgeführten Schritte waren bei mir nicht nötig!
Für Suse:Das Pakete "sane" und "libusb" installieren. Bei Suse werden auch die Epsontreiber gleich mitgeliefert. Dafür das Paket "iscan" installieren! Ich habe Suse seit Anfang 2005 nicht mehr benutzt, daher kann ich nicht garantieren, daß es noch immer so funktioniert.
Für Mandrake:Die Pakete "sane-frontends", "sane-backends" und "libusb" mit allen Abhängigkeiten installieren. Am einfachsten geht das in der Konsole mit urpmi. Unter http://www.epkowa.co.jp/english/linux_e/dl_scan.html kann nach Angabe des Scannertyps und der verwendeten Distribution ein fertiges rpm-Paket heruntergeladen werden. Dieses kann nun mit rpmdrake, kpackage oder jedem anderen rpm-Frontend installiert werden. Ich habe Mandrake seit Anfang 2005 nicht mehr benutzt, daher kann ich nicht garantieren, daß es noch immer so funktioniert.
Für Gentoo-Linux müssen nun noch die Treiber heruntergeladen werden: Gehe auf http://www.epkowa.co.jp/english/linux_e/dl_scan.html, wähle dein Scannermodell aus und lade das .tar.gz-Paket herunter. Ich habe Gentoo seit Anfang 2005 nicht mehr benutzt, daher kann ich nicht garantieren, daß es noch immer so funktioniert. Meines Wissens nach gibt es mittlerweile ein fertiges ebuild für iScan.
2. Schritt - Epson iScan compilieren & installieren (nur Gentoo!, für alle anderen weiter zu Schritt 3)
Wechsel in das Verzeichnis, entpacke das Archiv und kompiliere es:
tar -xvzf iscan.xxx.tar.gz
./configure
make
su (Rootpaßwort eingeben)
make install
Erzeugen der nötigen Verknüpfungen:
cd /usr/share
ln -s /usr/local/share/iscan iscan
cd /usr/lib/sane
ln -sf /usr/local/lib/sane/libsane-epkowa.so.1
echo epkowa >> /etc/sane.d/dll.conf
cp /usr/local/etc/sane.d/epkowa.conf /etc/sane.d/
In der Datei /etc/sane.d/epson.conf im Texteditor die Zeile "scsi EPSON" durch Davorsetzen eines # auskommentieren.
3. Schritt - Kernelmodule laden & Scanner testen
Falls die USB-Treiber noch nachgeladen werden müssen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt dafür:
modprobe usbcore uhci-hcd
Wenn alles funktioniert hat, sollte der Befehl sane-find-scanner etwas ähnliches wie
found USB scanner (vendor=0x04b8 [EPSON], product=0x0106 [Perfection1250]) at libusb:001:002
produzieren. Öffne die Datei /etc/sane.d/epkowa.conf in einem Texteditor und kommentiere die Zeile "usb /dev/usb/scanner0" durch Vorstellen eines # aus. Füge die Zeile "usb ?????????" hinzu. An Stelle der Fragezeichen muß das eingetragen werden, was am Ende der Ausgabe des Befehls "sane-find-scanner" nach dem "at" steht. Ich würde in meinem Fall also "usb libusb:001:002" in die Datei eintragen.
Achtung Suse: Diese Schritten genügen für die Konfiguration des Scanners! Benutzt NICHT Yast zur Einrichtung.
Achtung Mandrake: Diese Schritten genügen für die Konfiguration des Scanners! Benutzt NICHT das Mandrake Kontrollzentrum zur Einrichtung.
4. Schritt - Fertig!
Nun sollte alles funktionieren! Mit dem Befehl iscan kann nun das epsoneigene Programm ImageScan gestartet werden. Es bietet unter anderem die Funktion der automatischen Farbeinstellungen für den Scan. Der Scanner kann trotzdem mit jedem anderen Programm wie z.B. kooka genutzt werden. Das iscan-Paket enthält außerdem ein Plugin für Gimp, allerdings bisher (Stand 11.11.2004) nur für Gimp 1.2, an einer Version für Gimp 2 wird zur Zeit gearbeitet.
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